Tennis-Lexikon: Begriffe einfach verstehen.

Was unterscheidet ein Ass vom Aufschlagwinner? Ist ein Breakball schon ein Break? Hier findest du 66 Begriffe aus Training, Match und Turnier – kurz erklärt, mit deutschen und englischen Bezeichnungen.

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Netzroller: wann ist der Ball noch gut?

Ein Ball darf das Netz berühren. Entscheidend ist, ob es ein Aufschlag oder ein Ball im laufenden Ballwechsel ist – und ob er anschließend regelgerecht landet.

Netzroller: wann weiterspielen, wann wiederholen?
SituationWas passiert?Entscheidung
Ballwechsel: gültigBall streift das Netz und landet im gültigen gegnerischen Feld.Weiterspielen; keine Wiederholung nur wegen des Netzes.
Ballwechsel: FehlerBall streift das Netz und landet aus oder bleibt auf der eigenen Seite.Punkt für die Gegenseite.
Erster AufschlagNetzberührung, danach sonst gültig im richtigen Aufschlagfeld.Ersten Aufschlag wiederholen.
Zweiter AufschlagNetzberührung, danach sonst gültig im richtigen Aufschlagfeld.Zweiten Aufschlag wiederholen; kein neuer erster Versuch.
AufschlagfehlerNetzberührung, danach aus oder im falschen Feld.Fehler. Beim zweiten Versuch: Doppelfehler.
No-Let-SonderformatGültiger Aufschlag trotz Netzberührung.Ball bleibt im Spiel, wenn dieses Format ausdrücklich gilt.

Wichtig beim zweiten Aufschlag: Ein gültiger Aufschlag-Netzball ist nach der normalen Let-Regel kein Doppelfehler. Du wiederholst den zweiten Aufschlag. Ein Fehler des ersten Versuchs wird dadurch aber nicht gelöscht.

Davon zu unterscheiden ist die Berührung des Netzes durch Körper, Kleidung oder Schläger: Solange der Ball im Spiel ist, führt diese grundsätzlich zum Punktverlust. Sie ist kein „Netzroller“. [4]

Alle Begriffe von A bis W.

Suche zum Beispiel nach „Ace“, „unerzwungener Fehler“ oder „Doppel“. Die Themenauswahl grenzt die Ergebnisse zusätzlich ein.

66 Begriffe

Ass

Ace

Gültiger Aufschlag, den die rückschlagende Person vor dem zweiten Aufspringen nicht mit dem Schläger berührt. [1]

Beispiel: Der Aufschlag landet im richtigen Feld und bleibt unberührt: Punkt durch Ass.

Aufschlag

Serve, Service

Schlag, der den Punkt eröffnet. Der Ball muss ins diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld. [6]

Aufschlagwinner

Service Winner, unreturned serve

Direkter Punktgewinn mit dem Aufschlag trotz Schlägerkontakt beim Return. Ein solcher Kontakt unterscheidet ihn vom Ass. [1]

Aus

Out

Der Ball springt außerhalb des aktuell gültigen Feldes auf. Berührt er dessen Begrenzungslinie, ist er drin. [6]

Bagel

6:0

Umgangssprachliche Bezeichnung für einen Satz, der 6:0 endet. Die Gegenseite gewinnt dabei kein Spiel. [1]

Ballwechsel

Rally

Die Folge der gespielten Bälle innerhalb eines Punktes, bis dieser endet. [2]

Break

Aufschlagverlust, break of serve

Gewinn eines Aufschlagspiels durch die rückschlagende Seite. Es geht um ein ganzes Spiel, nicht nur einen Punkt. [1]

Beispiel: Du nimmst bei 2:2 ab und gewinnst das Spiel zum 3:2: Das ist ein Break.

Breakball

Break Point

Chance der rückschlagenden Seite, mit dem nächsten Punkt das Aufschlagspiel der Gegenseite zu gewinnen. [1]

Crosscourt

Cross, diagonal

Ein diagonal über den Platz gespielter Ball, im Gegensatz zum Schlag entlang der Seitenlinie. [2]

Doppel

Doubles

Zwei Personen spielen als Team gegen zwei andere. Im Ballwechsel zählen die Doppelgassen zum gültigen Feld. [3]

Doppelfehler

Double Fault

Auch der zweite Aufschlagversuch ist ein Fehler. Die rückschlagende Seite gewinnt den Punkt. [6]

Beispiel: Erster Aufschlag aus, zweiter Aufschlag ins Netz: Doppelfehler.

Doppelgasse

Alley, Tramline

Streifen zwischen Einzel- und Doppel-Seitenlinie. Im Doppelballwechsel gültig, beim Aufschlag weiterhin außerhalb des Aufschlagfelds. [3]

Draw

Auslosung, Tableau

Das Turniertableau zeigt Paarungen und den Weg durch die Runden. „Main Draw“ bezeichnet das Hauptfeld. [5]

Einstand

Deuce, 40:40

Gleichstand ab je drei gewonnenen Punkten. Im Standardspiel sind danach zwei Punkte in Folge zum Spielgewinn nötig. [12]

Einstandseite

Deuce Court, rechte Seite

Die rechte Platzhälfte aus Sicht der jeweiligen spielenden Person. Von dort wird unter anderem bei Einstand aufgeschlagen. [3]

Einzel

Singles

Eine Person gegen eine Person. Die inneren Seitenlinien begrenzen das Spielfeld. [3]

Forced Error

erzwungener Fehler

Fehler unter starkem Gegnerdruck oder aus schwieriger Schlagposition. Die statistische Abgrenzung zum Unforced Error erfordert eine Bewertung. [1]

Freilos

Bye

Weiterkommen in die nächste Runde ohne angesetztes Match in dieser Runde. Nicht dasselbe wie ein Walkover. [5]

Fußfehler

Foot Fault

Regelverstoß der Füße während des Aufschlags, etwa Berühren der Grundlinie vor dem Treffpunkt. Zählt als Aufschlagfehler. [6]

Grundlinie

Baseline

Die hintere Begrenzung des Spielfelds. Ein Schlag, der diese Linie berührt, kann noch gültig sein. [3]

Grundschlag

Groundstroke

Schlag nach dem Aufspringen des Balls, typischerweise als Vorhand oder Rückhand. [3]

Halbvolley

Half Volley

Der Ball wird unmittelbar nach seinem Aufspringen gespielt. Trotz des Namens ist es kein Volley vor dem Bodenkontakt. [2]

Hold

Aufschlag halten, hold of serve

Gewinn des eigenen Aufschlagspiels. Das Gegenstück zum Break durch die rückschlagende Seite. [1]

Inside-out

umlaufene Vorhand nach außen

Häufig eine Vorhand von der eigenen Rückhandseite, die diagonal über den Platz gespielt wird. [8]

Kickaufschlag

Kick Serve

Aufschlag mit ausgeprägter Vorwärtsrotation und häufig zusätzlicher seitlicher Komponente; der Ball springt typischerweise hoch ab. [2]

Let

Wiederholung

Eine angesagte Wiederholung. Beim Aufschlag-Netzball wird normalerweise nur dieser Aufschlag wiederholt; bei anderen Unterbrechungen kann der ganze Punkt betroffen sein. [4]

Lob

Überlob, Bogenball

Ein hoher Ball, der über eine am Netz stehende Person hinweg ins gültige Feld gespielt wird. [2]

Longline

Down the Line

Ein ungefähr parallel zur Seitenlinie gespielter Ball. Er muss nicht auf der Linie landen. [2]

Love

Null

Die englische Bezeichnung für null beim Zählen. „Fifteen-love“ bedeutet 15:0. [12]

Lucky Loser

LL, Nachrücker aus der Qualifikation

Person, die nach einer Niederlage in der Qualifikation unter den geltenden Nachrückregeln doch ins Hauptfeld gelangt. [5]

Match

Begegnung

Das gesamte Tennisspiel zwischen den beiden Seiten. Es umfasst das vorher festgelegte Satz- oder Kurzformat. [6]

Match-Tie-Break

Champions-Tie-Break

Häufig ein Tie-Break bis zehn mit zwei Punkten Vorsprung, der den Entscheidungssatz ersetzt. Die Ausschreibung legt das Format fest. [6]

Matchball

Match Point

Ein Punkt, mit dessen Gewinn eine Seite das gesamte Match gewinnen kann. [12]

Mini-Break

Returnpunkt im Tie-Break

Gewinn eines Tie-Break-Punkts beim Aufschlag der Gegenseite. Kein Break eines ganzen Aufschlagspiels. [9]

Mixed

Mixed-Doppel

Doppelkonkurrenz, in der jedes Team aus einer Frau und einem Mann besteht. [6]

Netzberührung

Körper oder Schläger am Netz

Berührt eine spielende Person mit Körper, Kleidung oder Schläger das Netz, während der Ball im Spiel ist, verliert sie den Punkt. [4]

Netzroller

Netzball, Net Cord

Der Ball streift das Netz. Im Ballwechsel kann er gültig bleiben; beim Aufschlag kommt es auf Landung und geltende Let-Regel an. [4]

Beispiel: Die Fallübersicht oberhalb des Lexikons zeigt, wann weitergespielt, wiederholt oder ein Fehler gezählt wird.

Zur Netzroller-Fallübersicht

No-Ad

ohne Vorteil, Entscheidungspunkt

Alternative Spielzählung: Bei Einstand entscheidet der nächste Punkt das Spiel. Die festgelegte Annahmeregel ist zu beachten. [6]

Passierball

Passing Shot

Ein Ball, der an einer am Netz stehenden Person vorbei ins gültige Feld gespielt wird. [2]

Punkt

Point

Kleinste Zähleinheit. Ein Ballwechsel oder etwa ein Doppelfehler entscheidet den Punkt. [6]

Qualifikation

Qualifying, Qualifier, Q

Vorrunden um Plätze im Hauptfeld. Wer sie erfolgreich durchläuft, wird als Qualifier bezeichnet. [5]

Rebreak

Breakback, direktes Zurückbreaken

Unmittelbares Break nach Verlust des eigenen Aufschlagspiels. Damit wird das vorherige Break direkt beantwortet. [9]

Retirement

Ret., Aufgabe

Aufgabe, nachdem das Match bereits begonnen hat, etwa wegen einer Verletzung. Vom Walkover vor Matchbeginn zu unterscheiden. [7]

Return

Aufschlagrückschlag

Der erste Rückschlag auf den gegnerischen Aufschlag. Er kann offensiv oder defensiv gespielt werden. [3]

Round Robin

Jeder gegen jeden, Gruppenspiel

Spielmodus, bei dem innerhalb einer Gruppe jede Seite gegen jede andere antritt. [10]

Rückhand

Backhand

Schlag auf der Rückhandseite; er kann einhändig oder beidhändig ausgeführt werden. [3]

Satz

Set

Eine Einheit aus mehreren Spielen. Im üblichen Tie-Break-Satz führen sechs Spiele mit zwei Spielen Vorsprung oder ein Tie-Break zum Satzgewinn. [6]

Satzball

Set Point

Ein Punkt, mit dessen Gewinn die betreffende Seite den laufenden Satz gewinnen kann. [12]

Setzung

Seed, gesetzte Person

Verteilung ausgewählter Teilnehmender im Tableau nach den geltenden Kriterien, damit sie nicht zu früh aufeinandertreffen. [5]

Slice

Unterschnitt, Backspin

Schlag mit Rückwärtsrotation. Der Ball springt häufig flacher ab; Slice kann etwa auf der Rückhand oder beim Stopp eingesetzt werden. [2]

Smash

Schmetterball, Overhead

Angriffsschlag über Kopfhöhe, häufig als Antwort auf einen kurzen Lob. [2]

Spiel

Game

Zähleinheit innerhalb eines Satzes. Standardmäßig zählt man 0, 15, 30, 40, gegebenenfalls Einstand und Vorteil. [12]

Spielball

Game Point

Ein Punkt, mit dessen Gewinn eine Seite das laufende Spiel gewinnen kann. [12]

Split Step

Bereitschaftssprung

Kleine vorbereitende Entlastungsbewegung, zeitlich auf den gegnerischen Schlag abgestimmt, um in die passende Richtung starten zu können. [11]

Stoppball

Drop Shot, Stop

Kurz hinter das Netz gespielter Ball, der die Gegenseite nach vorn zwingt; häufig mit Unterschnitt gespielt. [2]

Tie-Break

Tiebreak

Entscheidungsspiel mit fortlaufender Punktzählung, im üblichen Satz bei 6:6 bis mindestens sieben und mit zwei Punkten Vorsprung. [9]

Topspin

Vorwärtsdrall

Vorwärtsrotation des Balls. Sie unterstützt eine bogenförmige Flugbahn und typischerweise einen höheren Absprung. [2]

Tweener

durch die Beine, Hotdog

Schlag zwischen den Beinen hindurch, oft in einer schwierigen Laufposition gespielt. [2]

Unforced Error

unerzwungener Fehler, UE

Fehler ohne deutlichen Zwang durch den vorherigen Gegnerschlag. Die Einstufung ist eine statistische Bewertung, keine eigene Spielregel. [1]

Beispiel: Ein gut erreichbarer, langsamer Ball wird ohne großen Druck ins Netz geschlagen.

Volley

Flugball

Schlag vor dem Aufspringen des Balls. Er wird oft am Netz gespielt, ist aber nicht an diesen Standort gebunden. [3]

Vorhand

Forehand

Schlag auf der Vorhandseite, bei Rechtshändern meist rechts und bei Linkshändern meist links vom Körper. [3]

Vorteil

Advantage, Ad

Gewonnener Punkt nach Einstand im Standardspiel. Der nächste eigene Punkt gewinnt das Spiel; ein Punktverlust führt zurück zu Einstand. [12]

Vorteilseite

Ad Court, linke Seite

Die linke Platzhälfte aus Sicht der jeweiligen spielenden Person. Von dort wird unter anderem nach Vorteil aufgeschlagen. [3]

Walkover

w/o, kampfloses Weiterkommen

Weiterkommen, weil das angesetzte Match nicht begonnen wird, etwa bei Nichtantreten wegen Verletzung. Kein Freilos und keine Aufgabe im laufenden Match. [7]

Wildcard

WC, Einladung

Zulassung durch Einladung im Rahmen der Turnierregeln, auch wenn die regulären Ranglisten- oder Qualifikationskriterien nicht erfüllt sind. [5]

Winner

direkter Gewinnschlag

Regelgerechter Schlag, der den Punkt unmittelbar gewinnt, ohne einen erfolgreichen Rückschlag der Gegenseite. Die genaue Statistikzuordnung kann variieren. [1]

Beispiel: Ein Passierball landet im Feld und ist für die Gegenseite nicht mehr erreichbar.

Zur Statistik: Die Unterscheidung zwischen Winner, erzwungenem und unerzwungenem Fehler enthält eine Bewertung. Statistikdienste können einzelne Situationen unterschiedlich einordnen. Ob der Punkt gewonnen oder verloren ist, richtet sich dagegen nach den Spielregeln.

Vom Begriff zum Ballwechsel.

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