Tennis-Griffarten: Welcher Griff passt zu welchem Schlag?
Eastern, Semi-Western, Western oder Kontinentalgriff? Hier siehst du, wie die Hand am Schläger sitzt – und welche Griffe bei Vorhand, Rückhand, Aufschlag und Netzspiel häufig verwendet werden.
KI-generierte Illustration einer Griffanpassung. Für die genaue Position nutze die beschrifteten Griffbilder weiter unten.
Griffart und Griffstärke sind zwei verschiedene Dinge: Die Griffart beschreibt die Drehposition deiner Hand am Schläger. Die Griffstärke, etwa L2 oder L3, beschreibt den Umfang des Griffs. Auf dieser Seite geht es um die Handposition.
Mit „East-Western“ sind häufig Eastern oder Semi-Western gemeint. Wir unterscheiden hier klar zwischen Eastern-Vorhand, Semi-Western und Western. Einen einzigen besten Griff für alle Schläge gibt es nicht. [1]
Acht Flächen machen den Unterschied.
Der Schlägergriff ist im Querschnitt achteckig. Seine Flächen heißen auch Bevels. Als Orientierung dient das Grundgelenk deines Zeigefingers: der Knöchel am Übergang vom Finger zur Hand – nicht das mittlere Fingergelenk.
So liest du alle Bilder: Du blickst von der Griffkappe in Richtung Schlägerkopf. Die Saiten stehen senkrecht. Fläche 1 liegt oben; die Zahlen laufen im Uhrzeigersinn. Diese Nummerierung bleibt auch bei den Linkshänderbildern gleich.
Die markierte Fläche zeigt die Position des Zeigefinger-Grundgelenks. Auch der Handballen und die Fingerstellung beeinflussen den Griff; die Zeichnungen sind eine Orientierung für Grundformen, keine Schablone für jede Hand. [9]
Kontinentalgriff: die vielseitige Grundlage.
Grundgelenk: rechts auf Fläche 2, links auf Fläche 8.
Der Kontinentalgriff wird auch Continental-, Hammer- oder Chopper-Griff genannt. Er ist eine häufige Ausgangsposition für Aufschlag, Volley und Schmetterball. Beim Wechsel zwischen Vorhand- und Rückhandvolley kann die Hand in derselben Grundposition bleiben. [2]
Auch beim Rückhand-Slice und bei vielen Stoppbällen wird er genutzt. Für eine moderne Topspin-Vorhand sind Eastern oder westlichere Griffe meist die näherliegenden Varianten.
Eastern-Vorhandgriff: direkt und gut zugänglich.
Grundgelenk: rechts auf Fläche 3, links auf Fläche 7.
Der Eastern-Vorhandgriff ist eine verbreitete Möglichkeit für direkte Vorhandschläge. Er lässt sich mit flacheren Bällen ebenso verbinden wie mit Topspin. Die Griffposition allein erzeugt den Drall aber nicht – dafür brauchst du eine passende Schlagbewegung.
Gegenüber westlicheren Griffen liegt die Hand weniger unter dem Griff. Ob diese Variante zu dir passt, zeigt sich beim Zusammenspiel von Treffpunkt, Beinarbeit und gewünschter Flugkurve. [1]
Semi-Western: eine häufige Topspin-Variante.
Grundgelenk: rechts auf Fläche 4, links auf Fläche 6.
Die Hand wandert gegenüber Eastern weiter unter den Griff. Semi-Western ist eine verbreitete Variante für eine topspinbetonte Vorhand und kann bei höheren Treffpunkten gut passen.
Tiefe, flach abspringende Bälle brauchen mehr Anpassung. Vor Aufschlag oder klassischem Volley wechselst du üblicherweise wieder in Richtung Kontinentalgriff. [3]
Western: stärker unter dem Griff.
Grundgelenk: bei Rechts- und Linkshändern auf Fläche 5.
Der Westerngriff ist die ausgeprägtere Vorhandvariante unter dem Griff. Er kann eine stark topspinorientierte Spielweise und höhere Treffpunkte unterstützen. Bei sehr tiefen Bällen und beim Umgreifen zum Netzspiel ist er anspruchsvoller.
Western ist keine höhere Lernstufe, die jeder erreichen muss. Wenn Eastern oder Semi-Western zu deinem Spiel passen, ist ein Wechsel nicht allein wegen des Namens sinnvoll. [3]
Rückhand: einhändig und beidhändig unterscheiden.
Einhändige Topspin-Rückhand
Eastern-Rückhandgriff: Grundgelenk bei beiden Händigkeiten auf Fläche 1.
Diese Grundform wird häufig für die einhändige Drive- oder Topspin-Rückhand verwendet. Sie ist ein anderer Griff als die Eastern-Vorhand. Für den Rückhand-Slice wird üblicherweise in Richtung Kontinental gewechselt. [4]
Beidhändige Rückhand
Eine häufige Kombination ist Kontinental für die untere, dominante Hand und Eastern-Vorhand bis Semi-Western für die obere Hand. Die obere Hand sitzt zum Schlägerkopf hin. Es gibt weitere Kombinationen; die passende Variante hängt von deiner Bewegung ab. [5]
Bei einem Rechtshänder ist also die rechte Hand unten, bei einem Linkshänder die linke. Soll ein einhändiger Slice folgen, lässt die obere Hand den Griff los; die untere Hand muss dafür passend ausgerichtet sein.
Welcher Griff für welchen Schlag?
Die Übersicht nennt häufige Ausgangspunkte für das Training. Sie beschreibt keine Pflichtgriffe für jede Spielsituation.
Aufschlag und Schmetterball
Der Kontinentalgriff ist eine gemeinsame Grundlage. Ballwurf, Körperposition und Armbewegung unterscheiden sich je nach Situation. Bei Slice- oder Kickaufschlägen entsteht der Drall durch das Zusammenspiel von Griff, Treffpunkt und Schwung – nicht durch ein isoliertes Abknicken des Handgelenks. [2]
Vorhand- und Rückhandvolley
Mit Kontinental kannst du auf beiden Seiten reagieren, ohne jedes Mal einen großen Griffwechsel zu benötigen. Eine kompakte Bewegung und ein Treffpunkt vor dem Körper helfen beim klassischen Volley. Ein Schwungvolley ist eine andere Situation und kann anders aufgebaut sein. [6]
Slice und Stoppball: gleicher Ausgangspunkt, anderes Ziel.
Slice: den Ball mit Unterschnitt spielen
Beim Rückhand-Slice ist Kontinental eine häufige Griffwahl. Die Schlagfläche und die Bewegung müssen so zusammenpassen, dass du den Ball kontrolliert nach vorn spielst. Einfach nur steil von oben „hacken“ ist kein verlässlicher Ersatz für eine geführte Bewegung. [7]
Stoppball: kurz hinter das Netz
Viele Stoppbälle werden mit Kontinental oder einer nahen Variante gespielt. Eine angepasste, kurze Bewegung und eine dosierte Schlagfläche helfen beim kurzen Ablegen. Die Griffwahl allein macht aus einem langen Ball noch keinen Stoppball.
Übe zunächst aus kurzer Distanz. Über die Täuschung aus einer normalen Ausholbewegung kannst du später nachdenken. [8]
Den Griff wechseln, bevor es hektisch wird.
Nutze die freie Hand am Schlägerherz, um den Rahmen beim Umgreifen zu unterstützen. Bereite den neuen Griff während der Schlagvorbereitung vor, statt ihn erst unmittelbar am Ball zu suchen. [5]
1. Ohne Ball zuordnen. Nenne einen Schlag, finde die passende Grundposition und kontrolliere das Zeigefinger-Grundgelenk. Wiederhole den Wechsel zwischen deiner Vorhand und Kontinental.
2. Mit kurzen Zuspielen festigen. Spiele wenige Bälle mit einem klaren Ziel: beispielsweise Vorhand aus der passenden Grundposition oder kurze Volleys mit Kontinental. Steigere erst danach Tempo und Distanz.
3. In kleine Folgen einbauen. Etwa Vorhand – Rückhand – Vorrücken – Volley. Achte darauf, wann die freie Hand den Wechsel unterstützt. Ein Trainer oder eine Trainerin kann die Handposition von außen prüfen.
Typische Stolperstellen
Falscher Knöchel: Kontrolliere den Fingeransatz, nicht das Gelenk in der Fingermitte.
Verdrehte Blickrichtung: Vergleiche die Bilder immer von der Griffkappe aus.
Ein Griff für alles: Prüfe vor allem den Wechsel von deiner Topspin-Vorhand zum Aufschlag oder Netzspiel.
Dauerhaft fest zuklemmen: Halte kontrolliert, aber vermeide unnötiges Verkrampfen.
Nur die Hand drehen: Passe auch Treffpunkt und Bewegung an – der Griff ist ein Teil des Schlags.
Häufige Fragen zu Tennis-Griffarten.
Ist Semi-Western dasselbe wie Eastern?
Nein. In der hier verwendeten Nummerierung liegt Eastern-Vorhand rechts auf Fläche 3, Semi-Western auf Fläche 4. Bei Linkshändern sind es die Flächen 7 und 6. Dazwischen sind individuelle Zwischenpositionen möglich.
Ist der Kontinentalgriff für jeden Schlag richtig?
Er ist vielseitig, besonders bei Aufschlag, Netzspiel und Slice. Für eine moderne Topspin-Vorhand sind andere Griffe verbreitet. Wähle die Griffart passend zur Aufgabe.
Muss ich meinen Vorhandgriff ändern?
Nicht allein, weil eine andere Variante moderner klingt. Entscheidend ist, ob du typische Bälle kontrolliert spielen kannst und deine Bewegung zur Griffposition passt. Prüfe eine Änderung am besten im Training.
Was gilt für Linkshänder?
Die Kontaktflächen spiegeln sich. Unsere Bilder behalten aber die Nummerierung im Uhrzeigersinn bei: Kontinental 8, Eastern-Vorhand 7, Semi-Western 6, Western 5 und Eastern-Rückhand 1.
Kann ich den Griff allein anhand eines Fotos erkennen?
Nicht immer. Perspektive, Griffband und Fingerstellung verdecken oft den entscheidenden Kontaktpunkt. Prüfe die Position am eigenen Schläger und lass bei Unsicherheit die Handhaltung im Training ansehen.
Finde den Griff, der zu deiner Bewegung passt.
Du möchtest Vorhand, Rückhand oder Aufschlag gezielt üben? Schreib uns, welchen Schlag du verbessern möchtest und mit welcher Hand du spielst. Im Training können wir Griff, Treffpunkt und Bewegung gemeinsam ansehen.
Pure Court eine Technikfrage stellenQuellen und weitere Erklärungen.
Die Texte und Griffbilder sind eigenständig erstellt. Die Zeichnungen zeigen vereinfachte Grundformen mit einheitlicher Blickrichtung. Fachliche Grundlagen liefern die folgenden Trainings- und Verbandsquellen. Stand: Oktober 2026.