Tennisregeln einfach erklärt.
Wie zählt man Punkte, wann ist ein Satz gewonnen und welche Linien gelten im Doppel? Hier lernst du die Grundlagen – mit Zählbeispielen, Spielfeldgrafik und einer Übersicht der Spielformen und Turniere.
Die Grundidee: Du spielst den Ball über das Netz ins gültige gegnerische Feld. Kann die Gegenseite ihn nicht regelgerecht zurückspielen, gewinnst du den Punkt. Im klassischen Tennis muss der Ball spätestens nach dem ersten Aufspringen zurückgespielt werden. [1]
Diese Seite erklärt die üblichen Grundregeln. Eine Turnierausschreibung oder die jeweilige Wettspielordnung kann andere zugelassene Zählweisen festlegen – besonders im Doppel, Mixed und bei Kurzformaten.
Vom ersten Punkt bis zum Spielgewinn.
Im normalen Aufschlagspiel zählt man 0 – 15 – 30 – 40 – Spiel. Du bekommst also nicht 15 einzelne Punkte gutgeschrieben: 15 bezeichnet deinen ersten gewonnenen Ballwechsel, 30 den zweiten und 40 den dritten.
Beim Ansagen steht der Spielstand der aufschlagenden Person zuerst. Hat sie zwei Punkte gewonnen und die rückschlagende Person einen, heißt es 30:15. [2]
40:40 heißt Einstand.
Bei 40:40 steht es Einstand, auf Englisch „Deuce“. Der nächste Punkt bringt Vorteil. Gewinnt dieselbe Seite auch den folgenden Punkt, gewinnt sie das Spiel. Gewinnt die andere Seite, geht es zurück zu Einstand. Im Standardspiel brauchst du ab Einstand also zwei Punkte in Folge. [3]
Der Trainer zeigt ein einzelnes Standardspiel oder einen regulären Tie-Break bis sieben. Er ist eine Lernhilfe und verwaltet keinen vollständigen Matchstand.
Wann gewinnt man einen Satz – und das Match?
Ein Satz besteht aus Spielen.
Im üblichen Satz gewinnt, wer zuerst sechs Spiele mit mindestens zwei Spielen Vorsprung erreicht: zum Beispiel 6:0, 6:3 oder 6:4. Bei 5:5 kann der Satz noch 7:5 enden. Bei 6:6 entscheidet der Tie-Break; sein Sieger gewinnt den Satz mit 7:6. [1]
Ein Match besteht aus Sätzen.
Bei zwei Gewinnsätzen ist das Match gewonnen, sobald eine Seite zwei Sätze hat – etwa 6:4, 6:3 oder 6:4, 3:6, 6:2. Es werden also höchstens drei Sätze gespielt. Bei drei Gewinnsätzen sind höchstens fünf Sätze möglich. Das angesetzte Format steht vor dem Start fest. [3]
Merksatz: Punkte ergeben ein Spiel, Spiele einen Satz, gewonnene Sätze das Match. Ein Match-Tie-Break kann je nach Ausschreibung den Entscheidungssatz ersetzen.
Tie-Break: jetzt wird 1, 2, 3 gezählt.
Der reguläre Satz-Tie-Break beginnt im üblichen Format bei 6:6 Spielen. Gezählt wird in einzelnen Punkten. Wer zuerst mindestens sieben Punkte mit zwei Punkten Vorsprung hat, gewinnt: 7:5 reicht, 7:6 noch nicht. Danach sind auch 8:6, 9:7 oder höhere Ergebnisse möglich. [3]
Wer schlägt auf?
Die Person, die als Nächstes mit dem Aufschlag dran wäre, beginnt mit genau einem Punkt von rechts. Danach schlägt die Gegenseite zweimal auf, dann wieder die erste Seite zweimal – jeweils zuerst von links und dann von rechts. Im Doppel bleibt die festgelegte Reihenfolge der Personen erhalten. [2]
Nach jeweils sechs gespielten Tie-Break-Punkten werden im Standardverfahren die Seiten gewechselt. Nach dem Tie-Break schlägt im nächsten Satz die Seite zuerst auf, die den ersten Tie-Break-Punkt angenommen hatte. Abweichende Seitenwechselverfahren müssen gesondert festgelegt sein. [4]
Match-Tie-Break ist nicht dasselbe.
Ein Match-Tie-Break wird häufig statt des Entscheidungssatzes gespielt. Meist gewinnt, wer zuerst zehn Punkte mit zwei Punkten Vorsprung erreicht, zum Beispiel 10:7 oder 12:10. Er ersetzt dann den ganzen Satz und beginnt nicht erst bei 6:6 Spielen.
Daneben gibt es Formate mit einem Zehn-Punkte-Tie-Break erst bei 6:6 im letzten Satz. Prüfe deshalb vor dem Match, welche Variante tatsächlich gilt. [5]
Das Spielfeld: welche Linie zählt?
Ein regulärer Court ist 23,77 m lang. Im Einzel ist das Spielfeld 8,23 m breit, im Doppel und Mixed 10,97 m. Die seitlichen Doppelgassen erweitern also nur die Breite, nicht die Länge. [6]
Die Aufschlaglinie liegt 6,40 m vom Netz entfernt. Mittellinie und Aufschlaglinie begrenzen die Aufschlagfelder. Das Netz ist in der Mitte 0,914 m hoch, an den Netzpfosten 1,07 m. Die Grafik zeigt das Spielfeld; der notwendige Auslauf außen gehört nicht zu diesen Maßen. [5]
Linie ist drin: Berührt der Ball eine Linie, die das gerade gültige Feld begrenzt, ist er gut. Das gilt auch für die Begrenzung des richtigen Aufschlagfelds. Die äußere Doppel-Seitenlinie macht einen Einzelball aber nicht gültig. [5]
Aufschlag und Ballwechsel: die wichtigsten Regeln.
Diagonal ins Aufschlagfeld
Jedes normale Spiel beginnt mit dem Aufschlag von rechts. Anschließend wird für jeden Punkt zwischen rechter und linker Seite gewechselt. Der Ball muss in das diagonal gegenüberliegende Aufschlagfeld. Dessen Größe bleibt im Einzel, Doppel und Mixed gleich.
Beim Aufschlag darfst du die Grundlinie vor dem Schlag nicht mit dem Fuß berühren oder übertreten. Zwei aufeinanderfolgende Aufschlagfehler bedeuten Doppelfehler und Punkt für die Gegenseite. [7]
Netzberührung und Aus
Berührt der Aufschlag das Netz und landet sonst regelgerecht im richtigen Feld, wird dieser Aufschlag nach der normalen Let-Regel wiederholt. Ein vorheriger erster Fehler bleibt dabei bestehen. Bei einem ausdrücklich angesetzten No-Let-Format gilt die entsprechende Sonderregel.
Im Ballwechsel darf ein Ball das Netz berühren und trotzdem gut sein, wenn er danach regelgerecht im gegnerischen Feld landet. Ein Ball außerhalb des gültigen Feldes oder im Netz kostet üblicherweise den Punkt. [8]
Einzel, Doppel und Mixed.
Einzel / Singles
Eine Person gegen eine Person. Die inneren Seitenlinien begrenzen das Feld. Jede Seite schlägt im nächsten Spiel abwechselnd auf.
Doppel / Doubles
Zwei Personen pro Team. Im Ballwechsel zählen die Doppelgassen mit. Innerhalb eines Satzes wird in einer festen Reihenfolge aufgeschlagen. Wer rechts und links annimmt, wird ebenfalls für den Satz festgelegt.
Mixed-Doppel
Ein Doppel mit je einer Frau und einem Mann pro Team. Feldmaße und grundlegende Doppelregeln bleiben gleich. Spezielle Zählweisen ergeben sich aus der Ausschreibung, nicht allein aus dem Namen Mixed.
Im Doppel muss der Aufschlag von der jeweils vorgesehenen Person angenommen werden. Nach dem Return darf grundsätzlich jeder Partner den Ball spielen. Anders als etwa beim Tischtennis wird im Ballwechsel nicht abwechselnd geschlagen. [7]
No-Ad: ein Entscheidungspunkt bei Einstand
Wenn No-Ad angesetzt ist, entscheidet bei 40:40 der nächste Punkt das Spiel. Normalerweise wählt die rückschlagende Seite die Annahmeseite; im Doppel darf sie dafür nicht einfach die festen Annahmepositionen tauschen. Im Mixed nimmt den Entscheidungspunkt die Person gleichen Geschlechts wie die aufschlagende Person an. [5]
Turnierart, Spielmodus und Wertung sind drei Dinge.
Ein Turnier kann zum Beispiel ein LK-Turnier sein, im K.-o.-System laufen und Einzel sowie Doppel anbieten. Diese Bezeichnungen beschreiben verschiedene Ebenen.
Club, LK und Rangliste
Club- und Freizeitturniere können eigene soziale oder sportliche Formate anbieten. Ein LK-Turnier ist auf LK-relevante Ergebnisse ausgerichtet. Ein Ranglistenturnier kann Punkte für die jeweilige nationale Rangliste liefern; Ergebnisse können unter den geltenden Voraussetzungen auch LK-relevant sein.
Ob du teilnehmen darfst, hängt unter anderem von Ausschreibung, Altersklasse, Spielstärke und den aktuellen Zulassungsvorgaben ab. [9]
Mannschaft und Profitour
In Mannschaftswettbewerben fließen mehrere Einzel- und/oder Doppelergebnisse in ein Teamresultat ein. Die genaue Zahl der Matches und ihre Wertung bestimmt die Wettspielordnung.
Im internationalen Tennis gibt es unter anderem ITF-Wettbewerbe sowie die ATP- und WTA-Touren. Die vier Grand-Slam-Turniere heißen Australian Open, Roland Garros, Wimbledon und US Open. [10]
Vor der Anmeldung lohnt der Blick auf Spielmodus, garantierte oder mögliche Matches, Altersklasse und Zählweise. Ein kurzer Tagestermin und ein mehrtägiges K.-o.-Turnier können sehr unterschiedlich ablaufen.
Wie Tennis und seine Zählweise entstanden sind.
Vom Handballspiel zum Lawn Tennis
Zu den Vorläufern gehört das französische Jeu de paume, das im Mittelalter zunächst mit der Hand und später mit Schlägern gespielt wurde. Das moderne Lawn Tennis entwickelte sich im 19. Jahrhundert in Großbritannien.
1877 fanden die ersten Wimbledon Championships statt. Ab 1968 markiert die Open Era die Öffnung großer Turniere für Profis und Amateure. [11]
Warum 15, 30 und 40?
Die ungewöhnliche Folge stammt aus älteren Tennisformen. Warum sie genau so entstand, ist nicht abschließend geklärt. Die bekannte Erklärung mit einem Zifferblatt – 15, 30, 45 und 60 – ist eine Theorie, kein gesicherter Ursprungsnachweis.
Auch andere Erklärungen werden diskutiert. Für das heutige Spiel zählen diese Zahlen als Bezeichnungen für gewonnene Punkte; sie sind keine Entfernungen oder Zeitangaben. [11]
Häufige Fragen zu den Tennisregeln.
Ist bei 6:5 der Satz gewonnen?
Im normalen Satz noch nicht. Es fehlt der Vorsprung von zwei Spielen. Danach kann es 7:5 werden oder bei 6:6 zum Tie-Break kommen.
Endet ein Tie-Break immer bei sieben?
Nein. Sieben ist beim regulären Tie-Break die Mindestzahl. Zwei Punkte Vorsprung sind zusätzlich nötig. Bei 7:6 wird weitergespielt. Ein als Zehn-Punkte-Format angesetzter Tie-Break hat entsprechend zehn als Mindestzahl.
Darf der Aufschlag im Doppel in die Gasse?
Nein. Der Aufschlag muss auch im Doppel ins richtige diagonale Aufschlagfeld. Die Doppelgassen zählen erst für den anschließenden Ballwechsel.
Wann wechseln wir im normalen Satz die Seiten?
Nach dem ersten, dritten und jedem weiteren ungeraden Spiel. Nach einem Satz wird gewechselt, sofern seine Spielzahl ungerade war; bei gerader Spielzahl erst nach dem ersten Spiel des nächsten Satzes. Für den Tie-Break gilt das eigene Verfahren. [8]
Wo finde ich die verbindliche Regel für mein Turnier?
In der Ausschreibung, der einschlägigen Wettspiel- oder Turnierordnung und den Tennisregeln der ITF. Im Zweifel klärst du die Frage vor Beginn mit der Turnierleitung.
Die Regeln auf dem Platz kennenlernen.
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Tennistraining bei Pure Court entdeckenQuellen und Regelstand.
Grundlage sind die ITF-Tennisregeln 2026 und die verlinkten Verbandsinformationen. Historische Erklärungen und Trainingsbeispiele sind redaktionell zusammengefasst. Stand: Oktober 2026. Turnierregeln können vom hier erklärten Standard abweichen.